World Handicap Index

Die Revolution der Handicap-Führung steht unmittelbar bevor. Ab dem 1. Januar 2021 gilt auch für Golfer*innen in Deutschland das World Handicap System. Doch was verbirgt sich genau hinter dem globalen Spielstärkewert?

Warum wird das World Handicap System eingeführt?
Weltweit gab es bislang sechs verschiedene Handicap-Systeme. Einheitliche Regeln und ein Fairplay um die Platzierungen in den Nettowertungen fielen im internationalen Vergleich daher schwer. Daher wurden die besten Aspekte aus den bisherigen Regelungen gefiltert und daraus das einheitliche World Handicap System (WHS) entwickelt.

Was sind die Vorteile des World Handicap System?
> Golfspieler*innen mit unterschiedlicher Spielstärke ermöglicht das WHS, auf fairer und gerechter Basis in jedem Format und auf jedem Platz weltweit zu spielen und in Turnieren gegeneinander anzutreten
> Es ist leicht zu verstehen und umzusetzen, ohne auf Genauigkeit zu verzichten
> Die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen von Golfer*innen, Golfclubs und Nationalverbänden, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Golfkulturen werden erfüllt.

Welche Länder werden ab 2021 das World Handicap System einführen?
Weltweit wurde das WHS bereits ab der Spielsaison 2020 eingeführt – jedoch nicht in jedem Land. Für Deutschland wurde entschieden, dass nach einer intensiveren Vorbereitung der Start 2021 erfolgen soll. Unsere Nachbarn aus den Niederlanden, Österreich, Dänemark, Belgien und der Schweiz sowie die Länder des heutigen CONGU-Handicapsystems, England, Schottland, Wales, Nordirland und Irland, führen das WHS ebenfalls erst in 2021 ein.

Mit welcher Formel kann man seine DGV-Vorgabe in einen World Handicap Index umrechnen?
So einfach ist es leider nicht, da die Berechnungsgrundlagen in beiden Systemen völlig unterschiedlich sind. Während in unserem heutigen System, die bestehende Vorgabe anhand des letzten Ergebnisses in Zehntelschritten angepasst wird, sind für die Berechnung des World Handicap Index ein Durchschnitt aus den besten 8 Resultaten der letzten 20 Scores verwendet. Auch Course Rating und Slope sowie Wetter- und Platzbedingungen werden für den sogenannten Differenz-Score berücksichtigt. Der WHI bleibt Ausdruck der Spielstärke eines Golfenden und soll das Spielpotenzial so genau wie möglich widerspiegeln. Unverändert bleiben die Spielformate, die zur WHI-Berechnung genutzt werden, zudem werden die Handicaps auch künftig bis zu einem Maximum von 54 geführt.

Wie wird mein jetziges Handicap für das World Handicap System konvertiert?
Die Konvertierung der bisherigen EGA-Vorgabe in den neuen WHI ist durch den DGV am 22. November 2020 erfolgt. Dabei wurden allein ca. 20 Millionen Stammblatteinträge auf das WHS angepasst. Hatte ein*e Golfer*in weniger als acht Ergebnisse, wurde eine kleinere Anzahl zur Ermittlung des WHI herangezogen. Wies ein*e Spieler*in gar keine Ergebnisse im Stammblatt auf, wird die bisherige DGV-Vorgabe auch der zukünftiger WHI sein. Mit der Ausgabe des DGV-Ausweises 2021 werden alle Mitglieder*innen den neu berechneten World-Handicap-Index erfahren, der vom letzten, bisherigen Handicap abweichen kann.

Eine Beispielrechnung gefällig?
Die Basis für die Berechnung des Handicap-Index ist der Differenz Score. Dieser ergibt sich aus dem Spielergebnis auf Basis des Maximum Score, dem Slope, dem Course-Rating des Platzes und dem Standard-Slope von 113. Diese Formel ist der für die bisherige Spielvorgabe ähnlich.

Als Beispiel nehmen wir einen Par 72 Platz, mit einem Course-Rating von 71.5, einem Slope von 120 und ein Spielergebnis von 82 Schlägen. Mit folgender Formel berechnet man den Differenz-Score: (Spielergebnis - Course Rating) * 113 / Slope Rating = Differenz Score

Mit den Beispieldaten ergibt das also folgende Formel: (82- 71.5) * (113 / 12) = 9,9

Ob der World Handicap Index sich durch ein neues Ergebnis wie zum Beispiel der obigen 9,9 verändert, liegt daran, ob es zu den besten acht Score Differentials der letzten 20 Ergebnisse zählt und ob ein bisher zu den besten acht Ergebnissen zählender Score als 21. Ergebnis aus der Wertung herausfällt. Durch dieses System wird der Handicap Index nur aus den acht besten Ergebnissen berechnet. Einzelne schlechte Ergebnisse fallen nach zwanzig weiteren handicaprelevanten Runden aus der Stammblatt-Wertung ohne jemals den Handicap Index beeinflusst zu haben. Erst bei dauerhaft schlechteren Ergebnissen, steigt der Handicap Index eines Spielers wieder an.

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